Startseite > Arche des Geschmacks > Arche aktiv > Schwäbische Linsen Alblinse 1 und 2 in St. Petersburg wieder gefunden! (12/2007)

„Швабские линзы“: Schwäbische Linsen Alblinse 1 und 2 in St. Petersburg wieder gefunden!

Wie im Slow Food Magazin Nr. 4, 2005 berichtet, waren die Alblinsensorten 1 und 2 der Fa. Späth in Haigerloch in den 50er und 60er Jahren verschollen. Dennoch wurde um den Biolandhof Mammel die Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“ im Jahre 1985 aktiv und begann, auf der Basis einer französischen Du Puy Linse, Sorte „Anicia“, wieder Linsen auf der Schwäbischen Alb anzubauen. Seit 30. November 2007 haben sie nun auch wieder ein paar Samen der ursprünglichen Sorten Alblinse 1 und Alblinse 2 – gerettet in der Vavilov Genbank in St. Petersburg!

Foto (Copy Right by Slow Food Deutschland, Ezra W. Kurth): Woldemar Mammel nach der Übergabe der Linsen, dann von links nach rechts: aus dem Wawilow-Institut: Margarita A. Vishnyakova und Nikolai I.
Dzyubenko (Institutsleiter); Artur Brunner (stellvertretender Generalkonsul), etwas verdeckt Klaus Amler, ganz links Roman Lenz und Dinah Epperlein.


Aktive Arche-Arbeit zahlt sich aus!

Der „Wirbel“ um die Linsen von der Alb, der mit der Anerkennung der „Alb-Leisa“ im Jahr 2005 als Archepassagier begann, hatte also etwas mehrfach Gutes: Die Anbaufläche hat sich seither mehr als verdoppelt, und die alten Sorten sind wieder gefunden und jetzt heimgekehrt! Der Vizepräsident des Vavilow-Instituts (VIR), dem viertgrößten Genzentrum der Welt, schrieb:
"Alblinse 1" and "Alblinse 2" are original and rare accessions in the VIR collection. The amount of seed available per each one is limited.  At present we can provide 100 seeds for "Alblinse 1" and for "Alblinse 2". Multiplication of these varieties should be undertaken in Germany for a wider circulation of the seed.“

Foto: Original Alblinse I (Copy right: Slow Food Deutschland, Ezra W. Kurth)


Dank an das Wawilow-Institut

Vom 26.-30. November 2007 fand anlässlich des 120. Geburtstags von Dr. Vavilow die zweite internationale Konferenz in St. Petersburg statt. Am Ende der Konferenz konnten nun Vertreter der Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“ sowie von Slow Food Deutschland – Dinah Epperlein - und Stuttgart – Roman Lenz - dort dem Institut ihren Dank für die Rettung aussprechen! Und die jeweils 100 Samen der Sorten in Empfang nehmen. Natürlich wurde rasch hochgerechnet, ab wann eine erste Verkostung möglich ist: in frühestens drei bis vier Jahren! Vorher muss erst einmal sorgfältig vermehrt werden…Näheres folgt!

Roman Lenz, Slow Food Convivium Stuttgart, Mitglied der Archekommission Deutschland

Foto: Roman Lenz bei seinem Vortrag während der II. Internationalen Wawilow-Konferenz 26.-30. Nov. 2007(Copy right: Slow Food Deutschland, Ezra W. Kurth)


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