Convivium Freiburg

Kontakt:
Mats Johansson, Sieben Jauchert 9, 79117 Freiburg
Tel. (0761) 4562072
Stellvertreter:
Gisela Bautz, Tel. (07664) 962 671
Dr. Stephan Mutke, Kühnheimerstr. 19, 79206 Breisach
Tel. (0172) 7657395

Email

Hinterwälder

Klein, wendig und robust

Das Hinterwälder Rind zeichnet sich in erster Linie durch seine Kleinheit, seinen feinen Knochenbau sowie der damit verbundenen Leichtigkeit und Beweglichkeit aus. Mit einer Schulterhöhe von etwa 120 cm gilt es als kleinstes Rind Mitteleuropas. Die edle und harmonische Erscheinung führte zum Synonym Araber der Rinderrassen.

Aufgrund der hohen Widerstandskraft, Anpassungsfähigkeit, Trittsicherheit und Steigfähigkeit eignet sich das Hinterwälder Rind in der Milch- und Mutterkuhhaltung sehr gut in extensiven steilen Hanglagen, aber auch für feuchte wenig tragfähige Standorte, wie sie für die Hochlagen des Südschwarzwaldes typisch sind.
Mit Hilfe des im Vergleich zu anderen Rindern vielfach längeren Darmes und der guten Futterverwertung hat es der direkte Nachkomme des Keltenrindes erfolgreich geschafft, sich auf den armen Borstgrasvegetationen der Granit- und Gneiskuppen zu behaupten.
Die Farbe der Tiere reicht von gelb bis rot, das Fell kann einfarbig gedeckt, gefleckt oder gesprenkelt sein, der Kopf ist im Regelfall weiß. Das Gewicht reicht bei Kühen von 380 - 480 kg.
In den 1970er Jahren fast ausgestorben hat es eine kleine aber engagierte Gruppe von Züchtern und Haltern geschafft, diese Rasse zu erhalten und aufgrund ihrer Vorteile als Exporterfolg zu etablieren. So ist es heute nicht weiter verwunderlich, wenn das Hinterwälder von der Norddeutschen Tiefebene über den Nordschwarzwald und die Schweiz bis hin nach Korsika in größeren Herden anzutreffen ist, wo sie hauptsächlich zur Beweidung von Naturschutzprojekten verwendet werden.

Geschmackvoll

„Schützen durch nützen“, die Hinterwälder sind durch ihr geringes Gewicht, ihr Fressverhalten und ihre optimale Futterverwertung in der Lage die extensiven Allmendweiden im Naturpark Südschwarzwald wirtschaftlich zu nutzen und damit die für den Naturschutz wertvolle Flora und Fauna zu erhalten. Diese Form der Bewirtschaftung sowie die Nachfrage nach einem Produkt sind die Grundlagen für den dauerhaft nachhaltigen Erhalt dieser einzigartigen Landschaft, dem Wechsel von Wiesen, Weiden und Wald.

Aufgrund der Betriebsstruktur werden die Tiere traditionell und artgerecht gehalten und sind nicht nur im Sommer täglich auf der Weide. Bewegung und aromareiche Kräuter lassen das Fleisch der Hinterwälder besonders zart, saftig und schmackhaft heranwachsen. Dies bestätigen wissenschaftliche Untersuchungen der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach. Hauptgrund ist die im Vergleich zu anderen Rassen deutlich kleinere Fläche der Muskelfaser.
Vor allem bei den Kurzbratstücken spielt dieser Unterschied eine entscheidende Rolle, was es sowohl am heimischen Herd, wie auch in der gehobenen Gastronomie besonders begehrt macht. Daneben eignet sich Hinterwälderfleisch aufgrund der übrigen Vorzüge für alle anderen Arten der Zubereitung, wie beispielsweise zum Grillen, als Siedfleisch und für Schmorbraten oder roh mariniert für Carpaccio und Tatar.

Ursprungsgebiet, Produzenten, Verarbeiter

Zweifelsohne ist die Rasse identitätsbildend für die schwierigen Höhenlagen des Südschwarzwaldes, weshalb das traditionelle Zucht- und Verbreitungsgebiet im Bereich Belchen, Feldberg sowie im Kleinen und Großen Wiesental liegt. Nur hier konnte im Laufe der Zeit die Anpassung an die widrigen Umweltbedingungen entwickeln. Typisch für die Region sind die armen Borstgrasrasen auf Granit- oder Gneisverwitterungsböden sowie Weidbuchen, die nur im Zusammenhang mit der Beweidung durch Hinterwälder entstehen konnten und heute landschaftsprägend sind.

Viele Höfe im Ursprungsgebiet bieten Frischfleisch, Wurstwaren, Käse und weitere Produkte vom Hinterwälder Rind in der Direktvermarktung an. Das ist bisher der sicherste Weg, um garantiert Hinterwälderfleisch zu erhalten. Es gibt darüber hinaus Gastronomen die Teile in ihrer Küche veredeln sowie Metzgereien, Geschäfte und Bauernmärkte, die Produkte zum Verkauf anbieten. Im Herbst 2006 wurde das Hinterwälder Rind aus dem Schwarzwald in die Arche des Geschmacks von Slow Food aufgenommen.

Weitere Informationen

Mehr zum Hinterwälder Rind finden Sie auf der Internetseite oder im Faltblatt des Fördervereins für Hinterwäldervieh e. V. .


Bezugsquellen

Über alle Betriebe können der Förderverein für Hinterwäldervieh e.V., Slow Food Freiburg und der Naturpark Südschwarzwald Auskunft geben.

Förderverein für Hinterwäldervieh e.V.:
1. Vorsitzender Martin Pfefferle
Oberrollsbach 3, 79677 Aitern,
Tel./FAX: (0 76 73) 72 15
pfefferle.rollsbach@t-online.de
www.hinterwaelder.com

Naturpark Südschwarzwald
Haus der Natur
Dr.-Pilet-Spur 4, 79868 Feldberg
Tel.: (0 76 76) 9336 – 10
naturpark@naturpark-suedschwarzwald.de
www.naturpark-suedschwarzwald.de


Slow Food Deutschland e. V. - Luisenstraße 45 - 10117 Berlin - Telefon: 030 / 246 259 39 - E-Mail: info@slowfood.de