Der Dom zu Würzburg

Convivium Mainfranken Hohenlohe

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Food miles schmecken schlecht

Von Georg Lang, Foto: Nadine Krines

Mit dem ökologischen Rucksack den Naturverbrauch von Lebensmitteln erlebbar machen.

Die Möhre eignet sich sehr für die Spielaktion „Ökologischer Rucksack“. Damit lässt sich der „Naturverbrauch“ von Lebensmitteln für Kinder erlebbar und begreifbar machen. Die Kinder packen dabei Steine in einen Rucksack je nach dem Umweltverbrauch der Möhre, die sie sich zum Testen ausgesucht haben. Das Gewicht des Naturverbrauchs drückt sie dann mehr oder weniger je nach Wahl des Produktes, das im Kleinen das Konsumverhalten und den Lebensstil im Großen widerspiegelt.

Naturbelastung, Klimaschutz, Energieeinsparung, kurz, der Umweltnutzen bei der Bevorzugung regionaler und saisonaler Lebensmittel – das sind die Themen, die so angestoßen werden. Dabei nehmen die kleinen Möhrentester die Transportwege, den Spritzmitteleinsatz oder den Energieaufwand für den Anbau unter die Lupe. Als Belohnung werden zum Schluss der Geschmack der Möhren ausgetestet.

Wenn die Möhre mit der Möhre konkurriert
Ist eine Möhre einfach eine Möhre? Oh nein, da gibt es große Unterschiede, auch wenn Verpackungen sich meist über Sorte und Eigenheiten ihres Möhreninhaltes ausschweigen. Und dabei wären sie so wichtig für den, dem am Geschmack, umweltverträglicher Produktion, Lagerung und Transport etwas liegt (und am gerechten der Preis für den Erzeuger). Selten ist der Fall der Bio-Möhre „Robila“, deren Züchter ihr gleich ein Faltblatt beilegt und ihren Geschmack als „nussig-mild“ feiert - mit Recht, wie sich beim Verkosten herausstellt. Sind sie „Bio“ – ja, dann kehren die Möhren ihren Status mächtig heraus, auch im Preis. Wie ökologisch sie wirklich angebaut wurden, ist ihnen jedoch nicht anzusehen. Denn was Normalverbraucher längst schon vermuteten, bestätigen Insider: Bei Bio-Produkten hat sich längst eine Zwei-, ja, Drei-Klassengesellschaft herausgebildet: Bio ist nicht gleich Bio. Und: Den Geschmack der Möhre prägt vor allem die Sorte.

Muss eine Möhre frisch sein?
Nein, muss sie nicht. Wie alle Wurzelgemüse lässt sie sich sehr gut lagern. Von Oktober bis Mitte Januar schmeckt die heute selten gewordene Möhre aus der Miete sehr gut und ist ökologisch vorbildlich, danach bis April freilich ist die Möhre aus dem Kühlhaus unschlagbar – auch hinsichtlich Genuss.

Von Frischmöhren sollte man winters die Finger lassen. Weder sind sie Bio, noch schmecken sie gut, dafür sind sie teurer als Bio. Als Bundmöhren mit Kraut suggerieren sie Frische, auch wenn das Grün schon welkt und weiterhin der Möhre Feuchtigkeit entzieht. Als Freiland-Bundmöhren pusten sie auf ihrem weiten Weg zu uns aus Süditalien und Andalusien eine Menge CO2 in die Luft. Auch fränkische Möhren aus Warm-Treibhäusern tun’s, doch wird sie’s bald nicht mehr geben wegen der hohen Heizkosten. Völlig absurd im Winter: die frische Baby-Möhre in der 200 g-Schau-Packung. Aus Südafrika kommt sie angeflogen, wofür dann rund € 11.- zu berappen sind.

Der Test bestätigt: Foodmiles schmecken schlecht
Schlecht schneiden beim ökologischen Rucksack die Bundmöhren ab. Der Rucksack ist „sauschwer“, und „schmecken tun sie wie die Seife, die ich zum Waschen immer nehmen muss“, sagt der kleine Tester. Doch der Tiefpunkt ist die Baby-Möhre. Sie schmeckt bitter und den Rucksack kriegt man zu dritt nicht hoch. Testsieger ist in der Regel eine Bio-Möhre aus der Region.

Info: Spielmaterial und Spielanleitung kann man gegen eine geringe Gebühr ausleihen beim UmweltBildungsZentrum Oberschleichach, Pfarrer-Baumann-Str. 17, 97514 Oberaurach, Tel. 09529/9222-0, Fax 9222-50, E-mail info@ubiz.de, www.ubiz.de


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