Kontakt:
1.Gerd Sych, Arndtstr. 22, 97072 Würzburg, 0931-783411
2. Holger Riegel, Bibrastr. 5, 97070 Würzburg, 0931-6667290
E-Mail: mainfranken-hohenlohe (at) slowfood.de
Die Fränkische Küche gibt es nicht. Denn es gibt viele fränkische Küchen, geprägt durch ihre so verschiedenen Landschaften und deren bewegte politische Geschichte. In unserem Conviviumsgebiet gestalten viele sehr unterschiedliche Gebirge und Flusssysteme die Natur mit sehr verschiedenen klimatischen Bedingungen. Nicht weniger einflussreich auf die Küche waren die politischen Prozesse einer rund 1.600-jährigen Geschichte eines Gebietes, das niemals ein Territorialstaat gewesen war, sondern ein Land der Freien: Nur dem König oder Kaiser untertan und zersplittert in eine Vielzahl von größeren und kleineren Herrschaften und Kleinstaaten.
Deutschland besinnt sich wieder auf seine regionalen Küchen. Slow Food hat dazu viel beigetragen. Und unser Convivium war eines der ersten in Deutschland, das sich dafür engagiert hat. Heute haben wir sieben Kochklubs und Kochwerkstätten: einer für Kinder in Schweinfurt, sechs für Erwachsene in: Bad Mergentheim, Bamberg, Kitzingen, Küps, Schweinfurt und Zeil a.M.. Die fränkische Küche wird mehr oder weniger in allen gepflegt und in einigen wird sogar versucht, sie dem heutigen Lebensgefühl anzupassen.
"Ich will wissen, was ich esse, woher es kommt und wer es erzeugte", ist einer der zentralen Sätze bei Slow Food. Ganz unmittelbar erlebt jeder, der kocht diesen Satz. Ganz besonders dann, wenn er frische Ware kauft z.B. auf dem Markt oder beim Lebensmittelhandwerker.
Slow Food bewegt Menschen. Konsumenten genau so wie Erzeuger: Bauern, Lebensmittelhandwerker, Gastronomen. Der Wunsch nach dem besseren Lebensmittel zeigt sich nicht nur in der Bio-Welle, sondern auch dort, wo sich der einzelne Erzeuger wieder auf sein Handwerk, die regionale Tradition und die saubere Qualität besinnt. Diese Rückbesinnung ist statistisch nicht erfasst und wohl auch nicht erfassbar, doch sie ist eine Wirklichkeit, die mehr und mehr um sich greift - angestoßen und forciert durch Slow Food, aber undenkbar ohne die Bereitschaft zum Sichverändern bei den Erzeugern und undenkbar ohne ihren Mut, neue Wege zu beschreiten, selbst wenn es eigentlich die alten sind.
Muss es immer Bio sein? Soviel ist sicher: Naturnah produzierende Landwirtschaft ist gut für uns alle.