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Ahle Wurscht - ohne Gentechnik ?
Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich am Montag, 12.1.09 in der Melsunger Stadthalle die Mitglieder des Fördervereins „Nordhessische Ahle Wurscht“.
Vereinsvorsitzender Dieter Rohde, Kassel, und Dr. Hanns Kiepkamp, Leiter des Slow-Food-Conviviums Nordhessen hoben in ihren Begrüßungen hervor, dass zu einem guten Qualitätsprodukt nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch gute Rohstoffe und sauber hergestellte Ausgangsmaterialien gehören.
Wenn es Zweifel an genmanipulierten Futtermitteln gibt, dann solle es im Bemühen aller Beteiligten bei der Herstellung einer traditionellen Spezialität wie der Nordhessischen Ahlen Wurscht des Fördervereins sein, diese auszuräumen.
Mit dieser Zielsetzung stellten die Referenten des Abends, Dr. Peter Hamel (Storndorf, Vogelsberg) und Dr. Jürgen Weiß, (Kassel) Möglichkeiten vor, wie Schweine ohne genmanipulierte Futtermittel gemästet werden können.
Dr. Hamel erläuterte, warum viele hessische Bauern inzwischen jährlich über 5000 to garantiert gentechnikfreies Sojaschrot einsetzen:
Die Zweifel an genmanipulierten Futtermitteln würden in letzter Zeit immer häufiger genährt durch wissenschaftliche Untersuchungen, die bei Langzeitfütterungsversuchen Fruchtbarkeits- und sonstige gesundheitliche Störungen nachweisen.
Darüber hinaus gelte es zu verhindern, dass die Landwirtschaft in den nächsten Jahren in die Abhängigkeit von wenigen Zuchtkonzernen gerate, die bereits heute den Sojamarkt zu 80% beherrschen.
Er zeigte Wege auf, wie GVO-freies Sojaschrot von Brasilien bis auf die einzelnen Höfe beschafft werden könne, zu geringfügig höheren Preisen., die durch eine bessere Futterqualität weitgehend ausgeglichen würden.
Die Mitglieder des Fördervereins waren sich einig, diese Preisaufschläge im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit schultern zu können.
Dr. Weiß zeigte weitere Möglichkeiten auf, wie Schweine mit einheimischen Eiweißfuttermitteln garantiert gentechnikfrei und mit guten Mastergebnissen gefüttert werden können.
Dabei sollte vor allem Rapsextraktionsschrot eingesetzt werden. Viele Fütterungsversuche hätten bewiesen, dass die modernen 00 – Rapssorten sich sehr gut in der Mast von schweren Schweinen eignen.
Neben Rapsextraktionsschrot stehen auch Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen für die Versorgung zur Verfügung. Deren Anbau sei auch aus landschaftsökologischen Gründen sehr wichtig und werde von der Landesregierung gefördert.
Bei der Verwendung von heimischen Futtermitteln seien neben dem Verzicht auf GVO-Soja weitere zusätzliche Effekte zu erzielen . Zum Einen werden Transporte von Kontinent zu Kontinent und damit der CO2 Ausstoß eingeschränkt, zum Anderen die einheimische Landwirtschaft zusätzlich gestärkt.
Bei der abschließenden Diskussion wurde erkennbar, dass viele anwesende Metzger in den nächsten Monaten gemeinsam mit ihren Landwirten an dem Projekt Ahle Wurscht- „ohne Gentechnik“ arbeiten werden.
Ziel ist es, so schnell als möglich die Nordhessische Ahle Wurscht der Mitglieder des Fördervereins „ohne Gentechnik“ herzustellen.