Convivium Nordhessen

Kontakt: Dr. Hanns E. Kniepkamp, Auf dem Scharfen 6, Spangenberg-Schnellrode
Telefon: 05663-7255
E-Mail: nordhessen (at) slowfood.de
Kontakt

Exkursion ins Eichsfeld, 20. September 2009

Am Sonntag, dem 20. September 2009 trafen sich Mitglieder und Freunde des Conviviums Nordhessen im thüringischen Eichsfeld zu ersten Exkursion in eine Nachbarregion. Bei herrlichem Herbstwetter verbrachte die Gruppe den Nachmittag beim Saatgutverbund „Dreschflegel“ in Schönhagen östlich von Witzenhausen.


„Dreschflegel“ ist zum einen ein Verein, der sich die Bewahrung der Vielfalt von Nutzpflanzen und von alten Gemüsesorten durch politische und ökologische Aktivitäten auf die Fahne geschrieben hat, zum anderen eine GbR von 13 ökologisch orientierten Saatgutherstellern aus der ganzen Republik, die über einen gemeinsamen Versand Saatgut von Pflanzen vertreiben, an die man als Gartenbesitzer sonst nicht mehr so einfach herankommt. In Schönhagen sind drei der Mitgliedsbetriebe und der zentrale Versand ansässig und dort betreibt Dreschflegel einen Schaugarten mit vielen der alten Sorten. Die Gärtnerin Maren Uhmann erläuterte zunächst im Schaugarten die Anbautraditionen vieler Getreidesorten, Gemüse- und Salatpflanzen, von denen viele gegenwärtig nur noch ein Nischendasein fristen. Dreschflegel hat sich die Bewahrung alter Arten und von regionalen Züchtungen vieler Sorten zur Aufgabe gemacht. Im gemeinsamen Gespräch wurde festgestellt, dass sich das Netzwerk der Dreschflegel-Gärtnereien damit ganz nahe bei der Philosophie von Slow Food bewegt.


Im Gewächshaus mit den vielen zur Trocknung ausgebreiteten Samenständen erläuterte Maren Uhmann die Techniken zum Ausdreschen, Auswaschen und Sortieren der verschiedenen Samen. Dabei wurde angeregt über Rechtslage bei der Nachzucht und Verbreitung von Samen und über Bestrebungen zum Patentschutz von Sorten diskutiert.


Gegen Abend ging es weiter zum nicht weit entfernten „Klausenhof“ am Fuße der Burg Hanstein in das „Eichsfelder Wurstmuseum“. Hier führten Vater und Sohn Röhrig durch Scheune, Schweinestall und Wurstküche, die neben der musealen Nutzung weiterhin für die Hausschlachtungen des Klausenhofes genutzt werden. Für die Gäste aus Nordhessen waren natürlich besonders Vergleiche zwischen der thüringischen Eichsfelder und der nordhessischen Ahlen Wurscht von Interesse, die sehr ähnliche Herstellungstraditionen haben. Die Verkostung eines lang gereiften Feldkiekers bot einen gelungenen Übergang zum anschließenden gemeinsamen Abendessen in der urigen Gaststube des Klausenhofes.
Das Urteil der Nordhessen zur Eichsfelder Wurst: Geschmacklich sehr ähnlich zur Ahlen Wurscht, aber mit deutlich weicherer Konsistenz.


© Slow Food Deutschland e.V. 2005-2006 | wegewerk wwEdit CMS 3.2.0