Einen Monat dürfen die Schinken unter Aufsicht ruhen, bevor sie für drei Monate in den Buchenrauch kommen. Anschließend hängen sie dann zum Reifen auf den alten Dachböden. „Die Burschen lassen sich aber nicht einfach hängen, die tun was“, scherzt Arnd Müller. Sie reifen und verlieren dabei rund 45 Prozent ihres Gewichts. Fast erstaunlich, welche große Rolle dabei das Klima spielt, aber trockenes oder feuchtes Wetter bestimmen den Reifeprozess.
„Die Schinken, die ich beim Genuss im Nordwesten anbieten konnte, waren eigentlich Teenager“, meint er, „sie waren gut zwölf Monate alt. Eine glückliche Fügung, dass sie schon reif waren. Denn manche Schinken können gut zweieinhalb Jahre auf dem Boden hängen, bevor sie richtig schmecken“, berichtet er und doziert über beteiligte Enzyme und Bakterien.
Nicht einmal 200 Schinken reifen im ammerländischen Apen unter der strengen Aufsicht des Räuchermeisters Müller jährlich. Doch welch ein Hort an Geschmack und Duft! Und wirklich, ein kleiner Bissen – und man hat eine Stunde aromatischen Geschmack im Mund.
„Einige meinen, ich mische Drogen unter die Schinken“, erzählt er lachend. Stimmt, man könnte süchtig danach werden. Allerdings bin ich der Meinung, dass dieser Schinken zu den besten in der Welt gezählt werden muss. Höre ich da nicht Applaus? (Klaus Ruwisch)
Schinken-Museum F.W. Meyer
Inh. Arnd Müller
Hauptstr. 212, 26689 Apen
Tel. 04489-6501
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