Kontakt: Thomas Metzger
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Das Glanrind ist eine traditionelle Hausrindrasse, die vorwiegend in Rheinland-Pfalz beheimatet ist. Nachdem die Rasse durch geänderte Anforderungen fast ausgestorben war, hat sich der Bestand inzwischen wieder erholt.
Ende der 18. Jahrhunderts begann durch einkreuzen von Schweizer Vieh die Verbesserung des einheimischen roten kleinen Landviehs. Am Donnersberg und an der Glan entwickelten sich zwei verschiedene Viehrassen, das leichte milchergiebige Glanrind und das schwere Arbeitsrind, der Donnersberger. Bald entstand durch Vermischung der beiden der Glan-Donnersberger, der auch in den Hunsrück, der Eifel und im Westerwald ausgeführt wurde.
Anfangs ein klassisches Dreinutzenrind (Fleisch, Milch, Arbeit), veränderte sich durch Einkreuzen weiterer Rassen ab 1920 das Zuchtideal zum hauptsächlichen Milchlieferanten. Ende der 1950er ist ein Tierbestand von 400000 Stück dokumentiert. Die Einkreuzungen anderer Sorten führten irgendwann zum Verlust entweder der Fleisch- oder Milchleistung, der Niedergang der Rasse begann.
Mitte der 1980er wurde ein Verein zur Erhaltung und Förderung des Glanrindes ins Leben gerufen. Mit 25 Kühen begann man den Bestand langsam wieder aufzubauen. In verschiedenen Verbänden wird heute die Zucht des Glanrinds betrieben, besonderen Wert legt man dabei auf die Fleischleistung. Nennenswerte Bestände befinden sich in Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen. Die Gesamtzahlen belaufen sich auf 1000 bis 2000 Tiere. Dabei muß man betonen, dass es keine reinrassigen Glanrinder mehr gibt. Beim Beginn der Erhaltungszüchtung fand man keine reinen Bullen mehr, so dass ein mehr oder wenig großer Einfluß anderer Sorten feststellbar ist.
Fleich und Milch
Der Fokus der Züchtung liegt heute auf der Fleischleistung, Glanrinder verfügen über eine hervorragende Bemuskelung und eine ausgezeichnete Fleischzusammensetzung. Darüber hinaus verfügt die Glankuh über eine hervorragende Milchleistung.
Landschaftsschutz
An die Stelle der Arbeit ist heute vielfach der Einsatz in der Landschaftspflege getreten, wo die Tiere durch Verbiss von Dornen und Sträuchern der Verbuschung der Kulturlandschaft entgegen wirken. Die Tiere können, sofern ein entsprechender Unterstand vorhanden ist, ganzjährig im Freien gehalten werden. Durch ihre genügsame Art sind Glanrinder gut für die Beweidung von Magerstandorten geeignet.
Mit Intensivierung der Landwirtschaft in den 1950er Jahren wurden vielerorts ökologisch wertvolle Biotope, wie Feucht- und Nasswiesen und artenreiche Magerwiesen aufgegeben, weil die Bewirtschaftung zu arbeitsintensiv bzw. der Ertrag zu gering war. Die Folge waren Verbuschungen und Verwilderungen der Gebiete. Parallel dazu wurde eine Intensivierung der Rinderzucht mit Rotbunten und Schwarzbunten auf Fleisch/Milchleistung begonnen, die das Glanrind fast vollständig verdrängte. Ab den 1980ern versuchte man mit geeigneten Maßnahmen diese Gebiete wiederherzustellen, Schäfer übernahmen mit ihren Herden eine extensive Beweidung, Rinder sollten auf Magerwiesen gehalten werden. In der Eifel begann man 1992 mit dem Glanviehprojekt. Um die Erhaltung und Rückzüchtung des Glanviehs zu unterstützen, wurden von der Biologischen Station Euskirchen 1992 die ersten Glankühe sowie Jungrinder mit Hilfe der NRW-Stiftung gekauft und an interessierte Landwirte per Nutzungsvertrag abgegeben. Die Glanviehhalter werden verstärkt in die Pflegemaßnahmen einbezogen und übernehmen unter Auflagen die Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden in Teilen von Schutzgebieten. Neben den Naturschutzprämien stehen den Landwirten ein Teil der Kälber sowie die Milch der Kühe zu. Die Fleischvermarktung liegt ebenfalls in den Händen der Züchter.
Ein ähnliches Projekt startete 2003 im Karlstal südlich Kaiserslautern. Auch hier zeigen sich starke Verbuschungstendenzen. Der Versuch mit Maschinen dem Bewuchs beizukommen, scheitert angesichts der großen zu bewirtschaftenden Fläche. Um zukünftig größere Flächenanteile zu erreichen, setzt man auf eine Beweidung dieser Flächen. Damit verbunden ist dann ebenfalls eine Unterstützung ortsansässiger Landwirte und die Erzeugung hochwertiger landwirtschaftlicher Produkte. Durch die Beweidung sollen der Gehölzaufwuchs unterbunden und die Flächen dauerhaft offen gehalten werden. Davon profitiert dann nicht nur der Naturschutz, auch für den Erholungssuchenden bleibt die Landschaft offen und abwechslungsreich. Im Karlstal untersucht sucht man seit dem Sommer 2003 die Möglichkeit zum Einsatz von Glanrindern zur Offenhaltung verbuschungsgefährdeter Flächen. Auf der 7 Hektar großen Versuchsfläche mit Feucht- und Nasswiesenbrachen waren Brombeersträucher und Weidengebüsche bereits auf dem Vormarsch. In einem gemeinsamen Projekt der Kreisverwaltung Kaiserlautern mit dem Naturpark Pfälzerwald und in Abstimmung mit den Landespflegebehörden wurde dieses Projekt auf den Weg gebracht. Als Projektpartner konnte die Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung Neumühle gewonnen werden, die in einem auf 5 Jahre angesetzten Feldversuch die Flächen mit einer Herde Glanrindern beweidet. Die Weideführung wird dabei nach strengen landespflegerischen Gesichtspunkten ausgeführt. Um zu verhindern, dass die schützenswerte Flora und Fauna Schaden nimmt, wird der Viehbesatz nicht zu hoch gewählt und besonders nasse und damit trittgefährdete Teilflächen werden ausgezäunt. Im Karlstal sollen in den kommenden Jahren Erfahrungen gesammelt werden, wie sich die Rinderrasse unter diesen extremen Standortbedingungen bewährt. Auch wird während dieses Zeitraumes der Einfluss der Beweidung auf die Vegetationsentwicklung der Feuchtbrachen genau untersucht werden. Damit werden wertvolle Erfahrungen gesammelt um zukünftig die Beweidung erfolgreich auf weitere Flächen und Projekte auszudehnen. Darüberhinaus leistet das Projekt gleichzeitig aber auch einen aktiven Beitrag zum Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass sich die Tiere in ihrer neuen Umgebung durchaus wohl fühlen. Von den Rindern werden auch Binsen und Sauergräser nicht verschmäht.
Adressen:
Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)
Am Eschenbornrasen 11
37213 Witzenhausen
Telefon 0 55 42/18 64
Fax 0 55 42/72 56 0
info@g-e-h.de
www.g-e-h.de/geh-rind/glanv.htm
Rassebetreuer Glanrind: Kurt Franck
Förderer
Slow Food Deutschland
Slow-Food Convivium Pfalz
Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V (GEH)
Biosphären-Reservat Pfälzerwald – Nordvogesen
Donnersberger Touristikverband, Kirchheimbolanden
Lieferanten in Rheinland-Pfalz
Bainer Hof Simon
Schlossstrasse 6
55596 Waldböckelheim
Telefon 06758/6260
Mobil 0172/4484453
Bannmühle
Hans Pfeffer
55571 Odernheim
Telefon 06755/1053
Fax 06755/1732
info@bannmuehle.de
www.bannmuehle.de
Hof Hubertusblick
Horst Backmann
54595 Weinsheim-Hermespand
Telefon 06551/2033
www.g-e-h.de/geh-arch/backmann.htm
Lieferanten im Saarland
Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Obere Saar e.V.
Wintringer Hof
66271 Kleinblittersdorf
Telefon 06805/1045, Fax 207305
wh@buebinger-werkstaetten.de
www.lebenshilfe-obere-saar.de
Dr. Eberhard Woerner
Im Tulpenweg 19
66564 Ottweiler
Telefon 06824/3542, Fax 302561
Gasthöfe/Restaurants
Derzeit sind bei einigen Restaurants sporadisch Glanrind-Produkte im Angebot. Sobald ein regelmäßiges Angebot vorhanden ist, folgen die Namen und Anschriften.