(Heidelberg & Mannheim)
Kontakt: Cyriacus Schultze
Cyriacus Schultze hat jahrelang in den USA, dem Land, das Fast Food - erfunden hat, gelebt und über 10 Jahre in der Nahrungsmittelindustrie gearbeitet. Wohl gerade deshalb findet der Gründer des Slow Food Conviviums Rhein-Neckar besonderes Gehör. Seit Jahren kämpft er gegen industrielle Nahrung und den Diätenwahn, fordert die Rückkehr zur Einfachheit und ist ein bekennender Anhänger der Slow Food und der „Slow Life“ Philosophie.
Essen ist zu einer Wissenschaft geworden und die Normen gesunder Ernährung sind mittlerweile so komplex, dass man sich fragen muss, wie unsere Vorfahren jahrtausendelang ohne Expertenrat überleben konnten. Dem setzt Schultze zwölf ganz einfache Regeln, "Schultze's 12" entgegen:
1. Iss frische Lebensmittel
Man sollte nicht nach dem geheimnisvollen Faktor X suchen. Es sind nicht Olivenöl, Fisch, Knoblauch, Goji-Beeren, Ginseng oder Nüsse, die entscheidende Inhaltsstoffe enthalten - sondern eine ausgewogene Mischung aller Lebensmittel, vor allem wenn sie frisch sind.
2. Iss nicht zu viel
Amerikanische Ernährungswissenschaftler nennen es das "Französische Paradox": Die Franzosen genießen ihr Essen, konsumieren Unmengen Weißbrot und Käse und spülen die gesättigten Fette mit viel Rotwein herunter. Trotzdem haben sie weniger Herzkrankheiten als Amerikaner mit ihrer durchdesignten, fettarmen Kost. Die Erklärung: Sie essen weniger, seltener und vor allem bewusster und natürlicher.
3. Iss Pflanzen, vor allem Blätter
Dass man mehr pflanzliche Nahrung zu sich nehmen sollte, darüber sind sich die Experten einig. Bei den Früchten und vor allem Samen gilt dass nicht unbegrenzt, denn die sind Energiespeicher und enthalten entsprechend viele Kalorien. Bei Blättern heißt es dagegen: zuschlagen!
4. Iss wie ein Allesfresser
Je mehr verschiedene biologische Arten Sie essen, desto wahrscheinlicher decken Sie alle Nährwertbedürfnisse ab.
5. Zahl mehr, iss weniger
Teurere Lebensmittel enthalten oft weniger Gift- und mehr Nährstoffe. Sie haben noch einen Vorteil: Man isst automatisch weniger. Achten Sie auf Qualität! Ein gesunder Hahn vom Bauern kostet weniger als ein tiefgekühltes Hühnchen-Fertiggericht für die Mikrowelle. Und "FDH"- "Friss die Hälfte" lautet eine der ältesten und wirksamsten Diätregeln.
6. Iss immer an einem Tisch
Denn hektisches Essen, am besten noch im Gehen, ist besonders ungesund. Übrigens: Der Schreibtisch zählt nicht als Tisch!
7. Versuche, nicht alleine zu essen
Kochen Sie gemeinsam. Setzen Sie sich mit der Familie oder mit einem Freund an einen Tisch. So fördern Sie die dringend notwendige Esskultur und es verhindert, dass Sie alleine vor dem Fernseher kiloweise Snacks und Fast-Food hinunterschlingen.
8. Koche und wenn möglich lege einen Garten an (und wenn er noch so klein ist...)
Dies ist der sicherste Weg, die Slow Food Bewegung zu verstehen. Gartenarbeit ist nebenbei noch gesund, man lernt sein Essen kennen und stellt wieder eine Verbindung zur Natur her. Es muss ja nicht gleich ein ganzer Acker sein - ein kleiner Kräuter- oder Tomatengarten reicht schon aus (und macht meistens Lust auf mehr)
9. Vermeide Nahrungsmittel, mit Inhaltsstoffen, die dir nicht vertraut sind, unaussprechbar sind, mehr als fünf an der Zahl sind oder Glucose-Fructose-Sirup enthalten
All dies sind Hinweise darauf, dass ein Nahrungsmittel übermässig bearbeitet wurde. Statt Fertigmenüs und Tütensuppen lieber selbst kochen.
10. Vermeide Nahrungsmittel mit gesundheitsbezogenen Behauptungen
Bei immer mehr Lebensmitteln wird damit geworben, sie hätten eine gesundheitsfördernde Wirkung. Schaut man in´s Kleingedruckte, dominiert oft der Konjunktiv - viele der versprochenen Effekte sind vor allem Marketingversprechen.
11. Lass den Supermarkt so oft wie möglich links liegen
Auf Wochenmärkten oder in kleinen Hofläden finden Sie viel eher unverfälschte, natürliche Lebensmittel - die auch ihre Urgroßmutter leicht als etwas Essbares erkannt hätte.
12. Wähle Deine Restaurant sorgsam aus
Unsere Köche werden heute mit einer Vielzahl von Industrieprodukten umgarnt, die Ihnen die Arbeit erleichtern sollen. Statt Kochkunst stehen bei den Lebensmitteln meist einfaches Handling, hohe Belastbarkeit und Langlebigkeit, hoher Conveniencegrad und ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis im Vordergrund. Sprechen Sie mit Ihrem Koch über Regionalität, fragen Sie Ihn, wo er Butter und Käse bezieht, bei welchem Bäcker er sein Brot - und bei welchem Bauern er sein Fleisch oder Geflügel kauft.
Ansonsten gilt: Schluss mit der Hysterie um Diäten und dem Stress ums Essen. Make it slow!
Cyriacus Schultze hält Fachvorträge und diskutiert, was wir essen, wie wir essen und unter welchen ökologischen Bedingungen dieses Essen produziert wird. Vor allem hinterfragt er die Inhaltsstoffe der Industrienahrung und ob das, was angeblich gesund ist, wirklich gut für uns ist. Wenn Sie mehr über die Vorträge erfahren wollen oder Cyriacus Schultze als Gastredner buchen möchten, klicken Sie hier.