Gasthaus Ochsen
Die Stuttgarter City hat man hinter sich gelassen, ist umgeben von Weinbergen und Fachwerkhäusern. Man tritt ein in die heimelige Atmosphäre des Ochsen mit Damasttischdecken, allerlei Schnitzereien und Sammlerstücken. Der Empfang erfolgt durch die Bedienung Hanne, die beim Reden zuweilen schwäbische Sparsamkeit an den Tag legt, die Gaststube und die Gäste aber im Griff hat und sehr flink ist.
Schnell freundet man sich mit dem Wohnstubencharakter an und wirft einen Blick in die gut strukturierte urschwäbische Speisekarte. Man hört aufmerksam zu, was die Küche heute außerhalb der Karte noch zu bieten hat und lässt sich aus dem örtlichen (Rotenberg) und regionalen Weingangebot den passenden Tropfen empfehlen. Die Karte bietet je vier Suppen und Vorspeisen, vier Angebote für den kleinen Appetit und 12 Hauptspeisen. Weitere Kriterien sind schwäbische Spezialitäten und vegetarische Gerichte. Nicht zu vergessen sind die Beilagenvariationen und die durchgehend servierten schwäbischen Vesper. Die Eiskarte ist ausgewogen, dann gibt's noch Apfelstrudel und rote Grütze.
Die Speisen sind natürlich selbstgemacht und auch Details werden von der Bedienung mit Ruhe und Sorgfalt erklärt und angepriesen. Die Maultaschensuppe schmeckt wie bei Oma und der "Gemischte Braten" mit Spätzle erinnert an die Kindheit und das für EUR 11,00. Das Tagesangebot Ackersalat mit Lachs und die Lammfleischküchle mit Bärlauchspätzle zeugen von Saisonalität.
Bis auf den nach Kanada ausgewanderten und dort produzierenden Konzelmann ist die Weinkarte württembergisch bestückt. Dafür strotzt die in 0,1l bzw. 0,2l und 0,75l eingeteilte Weinkarte von diversen Sondereditionen der Genossenschaften Rotenberg und Uhlbach. Bei den Flaschenweinen findet man Ellwanger, Schnaitmann und Wöhrwag, also die Topwinzer aus dem Stuttgarter Umland. Besonders interessant sind die Flaschen Trollinger trocken "Wilhelm", die in fünf Jahrgängen aus den 90ern zu verkosten sind.